Erzählperspektive Kabale Und Liebe

Daher lässt sie den Schmuck verkaufen, dessen Erlös an arme Familien gehen soll. Andererseits ist sie von einer Verbindung mit Ferdinand nicht abgeneigt. Ganz im Gegenteil: In der Liebe zu Ferdinand sieht Lady Milford eine Möglichkeit, dem höfischen Leben zu entfliehen. Die letzten vier Szenen ereignen sich wiederum im Haus von Miller. Auch hier verschärft sich der Konflikt. Der Vater von Luise ist vehement gegen eine Verbindung von Luise mit einem Adeligen, weil dies nur Unheil mit sich bringt. Ferdinand berichtet Luise von der Absicht seines Vaters, ihn mit der Milford zu verheiraten. Er bekennt sich aber zu Luise. Präsident von Walter erscheint und beleidigt Luise. Er bezeichnet sie als Hure. Ihr Vater Miller tritt dem Präsidenten entschieden entgegen und hält diesem die Unsittlichkeit des Hofes entgegen. Der Präsident will sich sein Recht gewaltsam verschaffen. Luises Vater soll verhaftet werden, Mutter und Tochter sollen an den Pranger. Ferdinand droht nun seinem Vater, öffentlicht zu machen, wie dieser gewaltsam an sein Amt gekommen ist.

Kabale und Liebe – Interpretation, Aufbau, Konflikte – Schiller

Einmal für allemal. Der Handel wird ernsthaft. Meine Tochter kommt mit dem Baron ins Geschrei. Mein Haus wird verrufen. Der Präsident bekommt Wind, und – kurz und gut, ich biete dem Junker aus. [8] Auch die Tatsache, daß der Sekretär Wurm einen Anspruch auf Millers Tochter Luise erhebt, wird aus dem Dialog zwischen Miller und dem Sekretär deutlich. Szene 2) In Akt I. Szene 3 wird ebenfalls durch die Kommunikation zwischen Luise, Miller und dessen Frau deutlich, wie es um das Verhältnis zwischen Millerin und Ferdinand von Walter bestellt ist. Dieses ist ein wichtiges Detail der folgenden Handlung. Auf diese Weise, nämlich mit Hilfe der Kommunikation der Personen in der Gegenwart, werden dem Zuschauer alle Grundlagen des Dramas, dessen Vorgeschichte dargelegt. Diese Darlegung ist gleichsam Aufgabe der Exposition. Sie erfolgt im < Hier und Jetzt > und treibt Umwälzungen der Gegebenheiten bei den handelnden Figuren an. [... ] [1] Vgl. : Schüler-Duden "Die Literatur", 2., überarbeitete u. ergänzte Auflage, Dudenverlag, Mannheim, 1989.

Präsident von Walter – Erster Minister des Herzogs und Vater des Ferdinand. Dominant, liebdienerisch nach oben, herrschaftsgewohnt und machthungrig sind Korruption, Manipulation und Erpressung seiner bevorzugten Mittel der Tat. Dabei macht er auch vor seinem Sohn, für den er eigentlich nur das Beste will, nicht halt. Hofmarschall von Kalb – Realitätsfern, eitel, dumm, oberflächlich und ohne jegliche Fähigkeit, die eigene Lage einzuschätzen, lässt sich der Adlige zu einem Instrument der Intrige machen. Wurm – Sekretär des Präsidenten. Machthungrig, prahlerisch, intrigant, kalkuliert, ohne Skrupel und Gefühl entsinnt er die eigentliche Kabale. In erster Linie übt das Trauerspiel recht deutlich soziale Kritik am herrschenden System (Mätressenwesen, Ständeordnung, Verschwendungssucht, Hochmut, Korruption und Wucher) und bringt – ganz im Sinne eines aufklärerischen Theaterverständnisses – den Gedanken der ständefreien Gesellschaft zur Sprache. Schiller zeigt hier, dass das Streben nach Selbstbestimmung und Freiheit der Stände beileibe nicht nur an der Beschaffenheit des adligen Standes scheitert, sondern – wie im Falle Luises zu sehen ist – auch an den geistigen Zwängen des Bürgertum.

Luise selbst fügt sich aufgrund ihrer Religiosität und der Moralvorstellungen, an die sie unverbrüchlich glaubt, dem Unvermeidlichen und erklärt – nach Einwirkung ihres Vaters – ihren Verzicht auf Ferdinand, dessen Liebe sie in ihrer Vehemenz und mangelnder Gottesfürchtigkeit, erschreckt. Sowohl Luises als auch Ferdinands Vater versuchen mit allen Mitteln, diese Verbindung zu verhindern. Während Vater Miller sich die Religiosität seiner Tochter zunutze macht und sie auf diesem Wege zum Verzicht bewegt, bedient sich der Präsident massiverer, unlauterer Mittel. Er verbreitet das Gerücht von der Hochzeit seines Sohnes mit Lady Milford. Seine Gründe dafür sind vielfältig. Zum einen möchte er seinen Sohn von Luise abbringen, zum anderen die Position seines Sohnes (und damit seine eigene) beim Herzog stärken. Als sein Sohn diesen Plan zu vereiteln droht und Lady Milford mitteilt, dass er sie nicht heiraten wird, lässt sich der Präsident von seinem Sekretär Wurm (sprechender Name! ) zu einer Intrige anstiften.

Die zu Schillers Lebzeiten häufige Wahl des Motives der nicht standesgemäßen Liebe wird im Falle des bürgerlichen Trauerspiels Kabale und Liebe ergänzt durch eine deformierte Elternliebe, den Vater-Sohn-Konflikt und eine Intrige, die sich nur aufgrund der Ausbildung der Charaktere der Betroffenen zu ihrer vollen Wirkung entfalten kann. Luises Liebe zu Ferdinand ist zwar echt und intensiv, kann aber ihrer Vatertreue im Kleinen wie im großen (Vater Miller und der himmlische Vater) nicht standhalten. Ferdinands Liebe hingegen wird von Eifersucht dominiert und verfolgt mit der Realisierung seines Ideals von der vorgelebten ständeunabhängigen Beziehung ihre ganz eigenen Ziele. Im Stück wird die Tragfähigkeit dieser Liebe also bereits vor der eigentlichen Kabale in Frage gestellt. Auch Vater und Mutter Miller haben ihren eigenen Plan, ebenso wie der Vater Ferdinands. Die Kinder sind in beiden Fällen nur Mittel zum Zweck, der Ausbruch des unter der Oberfläche längst schwelenden Vater-Sohn-Konfliktes zwischen Ferdinand und dem Präsidenten erscheint als unabdingbare Folge des unlauteren Machstrebens und der Dekadenz bei Hof vor dem Hintergrund der nahenden Aufklärung.

Dieser wird, obwohl es noch nicht 20 Uhr ist, und die Ausgangssperre noch nicht begonnen hat, von einem deutschen Wachposten mutwillig auf das Wachrevier im Ghetto geschickt. Hier hört er zufällig eine Rundfunknachricht vom Vorrücken der Roten Armee. Unverhofft wird Jakob wieder aus dem Revier entlassen und findet neuen Lebensmut. Am nächsten Tag will Mischa mit dem er oft zusammenarbeitet, bei den Deutschen Kartoffeln stehlen. Da die Chancen, dass er dabei nicht erwischt wird, praktisch bei null stehen, und er in diesem Fall erschossen würde, versucht Jakob ihn davon abzuhalten, indem er ihm vom Vorrücken der Russen erzählt. Mischa schenkt Jakob aber keinen Glauben und ist entschlossen, seinen Plan in die Tat umzusetzen. Jakob kann Mischa nicht erzählen, dass er die Nachricht im Revier gehört hat, da Mischa und die anderen ihn möglicherweise verdächtigen könnten ein Spitzel zu sein, weil bisher noch kein Jude das Revier lebend verlassen hat. So lügt er ihm vor, er hätte ein Radio. Mischa glaubt ihm und sieht vom Stehlen der Kartoffeln ab.

Damit erreicht er zunächst, dass sein Vater sich unverrichteter Dinge zurück zieht. 3. Akt – Konflikt-Höhepunkt und Wendepunkt Im 3. Akt erreicht der Konflikt seinen Höhepunkt und wendet sich ins Tragische. Auch dieser Akt zerfällt in zwei Teile. Die ersten drei Szenen ereignen sich wieder im Haus von Präsident von Walter. Die drei letzten Szenen spielen dann wieder im Haus von Miller. Durch einen gefälschten Brief wollen Wurm und der Präsident nun eine Falle für Ferdinand ziehen. Damit wollen sie Eifersucht und Misstrauen säen. Hofmarschall von Kalb muss sich hierfür als Liebhaber von Luise ausgeben. Luise ahnt, dass die Geschichte kein gutes Ende nehmen wird. Die Standesunterschiede zwischen ihr und Ferdinand scheinen ein unüberwindbares Hindernis. Daher will sie die Beziehung zu Ferdinand auflösen. Hierdurch weckt sie aber das Misstrauen ihres Geliebten. Die Eltern von Luise wurden ins Gefängnis geworfen. In Angst um ihre Eltern schreibt Luise den Liebesbrief an den Hofmarschall, den ihr Wurm diktiert.

Die gesamte Handlung ist einsträngig auf dieses außerordentliche Moment ausgerichtet. Es gibt keine Nebenhandlungen. Dem Vorbild des italienischen Autors Giovanni Boccaccio ("Il Decamerone") folgend sind auch in der deutschen Literatur einige Novellen in Form von kleinen Sammlungen veröffentlicht und mit einer Rahmenhandlung umgeben worden.

  1. Thomas staubsauger crooser ersatzteile
  2. Uhr selber basteln