Sexuelle Belästigung Schweiz

Selbst wenn das Gericht im Verfahren nach Gleichstellungsgesetz den Tatbestand der sexuellen Belästigung nicht bestätigt, hat dies keine Anerkennung der Ehrverletzung zur Folge, wenn die betroffene Person aufgrund der konkreten Umstände davon ausgehen durfte, dass sexuelle Belästigung vorliege. Nur klar missbräuchliche Anschuldigungen sind ehrverletzend. Anspruch auf Opferhilfe Betroffene von sexueller Belästigung haben gemäss dem Opferhilfegesetz ( OHG) zudem Anspruch auf Opferhilfe, wenn sie eine Beeinträchtigung ihrer körperlichen, sexuellen oder psychischen Integrität erlitten haben und eine Straftat nach Strafgesetzbuch (StGB) vorliegt. Die Straftat muss nicht im strengen Sinn bewiesen sein: Für Opferhilfeleistungen ist die Einleitung bzw. Durchführung eines Strafverfahrens nicht zwingend. Das Opfer erhält unentgeltliche Beratung und Soforthilfe, Schutz vor Strafverfahren und eine Entschädigung und/oder Genugtuung. Datenbank-Recherche nach Stichwort: Sexuelle Belästigung (242 Fälle)

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Doch der Schaden für die Betroffenen wird oft verharmlost. Opferfeindliche und den Täter entlastende Vergewaltigungsmythen stellen die Glaubwürdigkeit der Frauen in Frage und schreiben ihnen eine Mitschuld zu. Diese Mythen führen zu einer Abwertung der Opfer und hindern sie daran, Hilfe in Anspruch zu nehmen und Anzeige zu erstatten», sagte Agota Lavoyer von der Opferberatungsstelle LANTANA. Nicht vereinbar mit Istanbul-Konvention Die Istanbul-Konvention, ein Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung sexueller Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt, ist im April 2018 für die Schweiz in Kraft getreten. Laut der Konvention hat eine Vergewaltigung und jede sexuelle Handlung mit einer anderen Person ohne gegenseitiges Einverständnis (Consent) als Straftat zu gelten ( Art. 36). Im aktuellen Schweizer Strafgesetz gilt Sex ohne Einwilligung jedoch weiterhin nicht in jedem Fall als Vergewaltigung (Art. 190 StGB). Für eine sexuelle Nötigung oder eine Vergewaltigung muss immer ein Nötigungsmittel vorliegen, das heisst, der Täter muss das Opfer «bedrohen», «Gewalt anwenden», «es unter psychischen Druck setzen» oder «zum Widerstand unfähig machen».

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Rund 74 Prozent sind der Meinung, dass bereits «sexuelle Penetration ohne gegenseitiges Einverständnis» als Vergewaltigung einzustufen ist. Die Forderung, dass Vergewaltigung neu definiert wird, ist dabei unabhängig von Alter, finanziellem Hintergrund oder politischer Gesinnung. Die grosse Mehrheit ist «sehr einverstanden» damit, dass sexuelle Penetration ohne Einverständnis bereits eine Vergewaltigung ist. Die genaue Frage lautete: «Es gibt die Forderung, dass sexuelle Penetration ohne gegenseitiges Einverständnis als Vergewaltigung einzuordnen ist. Sind Sie mit dieser Forderung sehr einverstanden, eher einverstanden, eher nicht einverstanden oder überhaupt nicht einverstanden? » Ergebnisse in% Frauen ab 16 Jahren. Quelle:, Befragung sexuelle Gewalt, April 2019 © CH Media

Hier passieren ungewollte sexuelle Handlungen am häufigsten Besonders Betroffen ist die mittlere Altersgruppe der Frauen zwischen 40 und 64 Jahren. In den Agglomerationen kommt das Problem häufiger vor als auf dem Land. Und sexuelle Gewalt ist eher ein Problem in den unteren sozialen Schichten, wie die folgende Grafik zeigt. Quelle:, Befragung sexuelle Gewalt, April 2019 © CH Media So viele Anzeigen gibt es nach sexueller Gewalt Frauen, die sexuelle Gewalt erlebten, melden die Vorfälle nur sehr selten der Polizei. Lediglich acht Prozent erstatten Strafanzeige. Und nur die Hälfte spricht darüber mit Freunden und Familie – die andere Hälfte behält den Vorfall sogar für sich. Quelle:, Befragung sexuelle Gewalt, April 2019 © CH Media Darum gehen die Frauen kaum zur Polizei Auf die Frage, warum nur in der Hälfte der Fälle darüber gesprochen wurde, antworten viele damit, dass sie das Gefühl hätten, chancenlos zu sein (62%). Ebenfalls sehr hoch ist das Gefühl der Scham (64%). 58 Prozent der Befragten gaben zudem an, dass sie Angst haben, nicht ernst genommen zu werden.

Die Studie zu sexueller Belästigung und sexueller Gewalt an Frauen in der Schweiz wurde im Auftrag von Amnesty International vom Institut durchgeführt. Insgesamt sind die Antworten von 4'495 Frauen ab 16 Jahren in der Schweiz in die Befragung eingeflossen. Die Befragung wurde zwischen dem 28. März und dem 15. April 2019 durchgeführt. So viele Frauen haben Angst vor sexueller Belästigung Jüngere Frauen machen sich deutlich mehr Sorgen, sexuell belästigt zu werden, als ältere Frauen. Bei den 16 bis 39-Jährigen sind es 55 Prozent, bei den 40 bis 64-Jährigen 36 Prozent, bei den über 65-Jährigen 23 Prozent. So viele Frauen haben Freundinnen, die sexuelle Gewalt erfuhren In der Schweiz kennen fast die Hälfte aller Frauen ab 16 Jahren andere Frauen, die ungewollt sexuelle Handlungen erleben mussten. Diese Belästigungsformen erleben Frauen am häufigsten Viele Formen der sexuellen Belästigung sind weit verbreitet. Am häufigsten kommen unerwünschte Berührungen, Umarmungen und Küsse vor. 59 Prozent aller Frauen haben solche Erfahrungen gemacht.